Programm
4. Biologicum 2017

„Miteinander. Gegeneinander. Das Prinzip Kooperation.“

Menschen können freundlich und erfolgreich zusammenarbeiten, oder aber einander das Wasser abgraben, die Schädel einschlagen. Immer schon. Darin sind wir Wölfen sehr ähnlich, die innerhalb ihrer Familien gemeinsam für Nahrung sorgen, fürsorglich den Nachwuchs aufziehen, gelegentlich aber auch höchst aggressiv die Nachbarn bekämpfen. Das ist typisch für Tiere mit komplexem Sozialleben, denn Konkurrenz und Kooperation stehen in dynamischer Beziehung: Aus Gegnern werden Verbündete, oder aber aus Freunden Feinde, je nachdem. Menschen können sich versöhnen, sie feiern Feste mit ehemaligen Feinden, tun sich für gemeinsame Aufgaben zusammen, oder verschmelzen sozial gar durch Heirat mit „den Anderen“. Kooperation nützt langfristig allen Beteiligten mehr als Konkurrenz im Interesse von Einzelinteressen. Für das Überleben von Mensch und Biosphäre im „weltweiten Dorf“ gibt es langfristig zur Kooperation keine Alternative.

Eine Fixierung auf Konkurrenz verdrängt nutzbringendes Miteinander. Aber Menschen sind keine perfekt rationalen Wesen. Unsere Neigung zu kooperieren oder eben nicht, hängt jenseits aller Nutzüberlegungen stark von der Motivation, den Neigungen und den Werten von Individuen und Gruppen ab. Sie werden geformt durch evolutionäre Anpassung, Sozialisierung und Bildung.

Funktionell steuert vor allem der sozio-ökonomische Kontext die Dynamik von Kooperation oder Konkurrenz. Die Mechanismen und Regeln für Kooperation und Konkurrenz gelten gleichermaßen in der Evolution wie auch im gesellschaftlichen Leben des Menschen: in der Wirtschaft, in der Wissenschaft, in der Politik. Daher wird das Biologicum diese Dynamik sowohl aus biologischer, als auch wirtschaftlicher Perspektive beleuchten. Internationale Spitzenforscher als Vortragende werden die evolutionären Grundstrukturen skizzieren, die Kooperation auch bei Tieren in den Rahmen der Markttheorie stellen und die psychischen und sozialen Voraussetzungen für Kooperation diskutieren, bis hin zur Kooperation bei Pflanzen.

Alle Vortragenden werden für vertiefende Workshops und Gespräche zur Verfügung stehen. Abgerundet wird die Veranstaltung durch thematisch bezogene Exkursionen in die Natur des Almtals.

Das detaillierte Programm folgt in Kürze.